Herr L.!

Hier in München geht alles seinen gewohnten Gang: die Studenten sind aufmüpfig, die Mitarbeiter sind muffig und der Chef vergisst alles, was ich ihm gesagt habe, nach 17einhalb Minuten. Draussen regnet es und der Biergarten ist bis auf weiteres geschlossen und ich hasse alles.

Nero geht es gut.

Bezelmann

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Liebe Frau B.!

> Nero geht es gut.

Nun, zumindest gibt es ein lebendiges Wesen in München, dass sich zu amüsieren scheint...

Ich dagegen kann mich nicht beklagen. Seitdem ich die Mitarbeiter und die Studenten hier einigermassen zur Räson gebracht habe, läuft alles wie geschmiert (für mich!). Sogar Ihre Kollegin, Miss Ginger, hat sich nunmehr überzeugen lassen, dass es in ihrem eigenen Interesse ist, mir meine Wünsche von den Lippen abzulesen (besonders seitdem ich ihre Sozialversicherungsnummer herausbekommen habe!).

> Nero geht es gut.

Mir geht es auch gut.

Leisch

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Liebster Herr L.!

> nunmehr überzeugen lassen, dass es in ihrem eigenen Interesse ist,
> mir meine Wünsche von den Lippen abzulesen (besonders seitdem

Zum Glück habe ICH das NICHT nötig!!!

ÜBRIGENS habe ich eine schlechte Nachricht für SIE: Der Chef hat gestern jemanden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Ein fescher blonder junger Mann mit muskulösen Wadeln. ZUFÄLLIG konnte ich einen Blick in seinen Lebenslauf werfen: er hat Berufserfahrung in der SYSTEMADMINISTRATION!
Der Chef war sehr angetan von dem jungen Mann...

Sogar Nero fand ihn sympathisch.

Bezelmann

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Sehr geehrte, liebe Frau B.!

> Ein fescher blonder junger Mann mit muskulösen Wadeln

Wie kommt es, dass Sie seine 'Wadeln' so ausgiebig begutachten konnten? Ist der Sonnenjunge in Lederhosen ins Institut marschiert?

Hat das Bürschchen auch einen Namen?

> Sogar Nero fand ihn sympathisch.

Der Arme (ich meine Sonnyboy; nicht den Raben!).

Leisch

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Hochverehrtester Herr L.!

> Wie kommt es, dass Sie seine 'Wadeln' so ausgiebig begutachten

Eine FRAU kann so etwas auch beurteilen, wenn das betreffende Subjekt lange Beinkleider trägt. SIE haben davon natürlich ÜBERHAUPT keine Ahnung! Marianne meint auch, dass er fesche Wadeln hatte!!!

> Hat das Sonnenbürschchen auch einen Namen?

Das kann ich mir vorstellen, dass Sie DAS gerne herausfinden würden!!!

Nero hatte heute Morgen einen kurzen physikalischen Kontakt mit dem Hund des Hausmeisters. Er hat zwei (2!) Schwungfedern verloren!
(Nero, nicht der Hund!)

Bezelmann

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Liebe, gnädigste Frau B.!

Der Name des heliozentrischen Jüngelchens mit den ausgeprägten Hinterläufen ist Klaus Koberlein, geb. 03.02.69 in Taunus- Haunsberg-Wergel (was für ein Name; immer wenn ich den Namen ausspreche, klingt es wie 'KAFF'). 189, blond (Sie sagten es ja bereits), blaue Augen, ...
Schule, Bundeswehr, Uni....
Ah! Hier: 8 Monate Berufserfahrung als Operateur (!) im Rechenzentrum der Allianz, München...

Hmhm, soso...

Hobbies?... tatam tatam tatam... oha! Schriftführer in Kleingärtner- Verein Pullach, Sektion Waldenbach-Siedlung.
Whoa! Was manche Leute so alles in ihrem Lebenslauf zugeben!
Erstaunlich!

Sie sollten solche wichtigen Informationen wirklich nicht in Ihrem Mac abspeichern - vor allem nicht, wenn er vernetzt ist ;-)

> Nero hatte heute Morgen einen kurzen physikalischen Kontakt mit
> dem Hund des Hausmeisters. Er hat zwei (2!) Schwungfedern
> verloren! (Nero, nicht der Hund!)

Und ich wette, der arme Hund liegt jetzt im Hunde-Hospital! (Wenn nicht noch schlimmer!)

Wie geht es dem Raben heute?

Leisch

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Lieber, hochverehrter Herr L.!!!

> Sie sollten solche wichtigen Informationen wirklich nicht in Ihrem
> Mac abspeichern - vor allem nicht, wenn er vernetzt ist ;-)

Ich möchte sie DRINGLICHST auffordern, ihre schmutzigen Datenpakete von MEINEM Mac fernzuhalten, oder ich garantiere für nichts! Besonders nicht für Ihre PERSONALAKTE!!!

Nur zu Ihrer gefälligen Beachtung: der Chef hat heute morgen gesagt, dass er den Herrn Koberlein einstellen wird, wenn nicht noch irgendwelche formalen Gründe gegen seine Übernahmen in den STAATSDIENST sprechen!!!

'Dem Raben' - wie Sie Nero so respektlos zu bezeichnen pflegen - geht den Umständen entsprechend. Natürlich hat der Arme einen Schock, den er erst verarbeiten muss. Trotzdem lässt er Sie schön grüssen!

Bezelmann

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Donna B.!

Wie ich heute dem Munich Online entnehmen kann, hat München wieder einen neuen Geheimdienstskandal. Ich zitiere:
"Die Mitglieder eines nach aussen hin völlig harmlos erscheinenden, traditionellen Kleingärtner-Vereins haben vermutlich jahrzehntelang mit Hilfe raffinierter Abhöreinrichtungen, die als schäbige Schreberhütten getarnt waren, Gespräche innerhalb der BND-Zentrale in Pullach bei München belauscht und an ausländische Geheimdienste verkauft. Erst durch einen kollegialen Hinweis des amerikanischen Geheimdienstes CIA wurde der deutsche Bundesgrenzschutz auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht...
Nach dem Schriftführer des Vereins, einem erfahrenen Informationstechniker und mutmasslichem Hauptdrahtzieher der Bande, wird bundesweit gefahndet...
Bis dato konnten weder die Abhöreinrichtungen noch die Aufzeichnungen sichergestellt werden. Die Polizei verhängte gestern am späten Nachmittag eine vorläufig unbefristete Nachrichtensperre, um die Ermittlungen nicht zu behindern..."

Natürlich darf nicht alles gleich so ernst nehmen, was in den Zeitungen steht, nicht wahr?

> Natürlich hat der Arme einen Schock, den er erst verarbeiten muss

Mit anderen Worten: man sollte einen 5 Meter grossen Radius um den Käfig ziehen, den niemand mehr betreten sollte, wenn er nicht ernsthafte Selbstmordabsichten hat.

> Trotzdem lässt er Sie schön grüssen!

Das letzte Mal, als ICH den Raben begrüssen wollte, hat er versucht, mir den Finger abzuhacken. Obwohl SIE ja nach wie vor der Ansicht sind, dass er das als besonderes Zeichen der Zuneigung zu mir getan habe, grüsse ich Nero seitdem lieber nicht mehr - auch nicht per email! (Man kann nie wissen!)

Leisch


© Copyright Florian Schiel 1997